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von mag. dominik sedivy
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start: 05 may 2006, up-date: 05 may 2006
1. In Folge müßte man ebenso schließen, daß jede zumindest 'ernsthaft aufgestellte' Theorie etwas Wahres beinhalten müsse, erscheine sie noch so abwegig. Ein Problem liegt dann freilich im nahezu unfaßbar erscheinenden Begriff der 'Ernsthaftigkeit'. Aber spielt die Ernsthaftigkeit tatsächlich eine Rolle und versteht der Mensch nicht auch dann, wenn ihm der Gegenstand und ein gewisses Mindestmaß an Seriosität mehr oder minder gleichgültig ist? So hat etwa der Chemie-Nobelpreisträger Kary Mullis vor Jahren einmal eine frei erfundene Hypothese über die mögliche Entstehung des Weltalls aufgestellt, (nach eigenen Angaben: als Astronomie-Laie) mit der Begründung, daß ihm die Urknall-Theorie schlichtweg nicht gefallen hat. - Er löste, nachdem er seine Hypothese in einem Aufsatz veröffentlicht hatte, einen breiten Diskurs aus. Man könnte also vielleicht so weit gehen und sagen, daß der Mensch immer dann im Verstehen begriffen ist, wenn er sich mit einer Sache überhaupt befaßt (wobei die Frage einer 'Ernsthaftigkeit' irrelevant wird).

2. Und zwar im Sinne eines "anti-hermeneutischen", das Verstehen als Existenzial leugnendes Nicht-Verstehen-Können-Wollens. Also nicht im Sinne eines Nicht-Verstehen-Wollen-Wollens, wie es im Text weiter unten folgen wird.

3. "Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." (Schiller)

4. Vgl. hierzu etwa:Mihály Csikszentmihályi: Creativity. Flow and the psychology of discovery and invention, HarperCollins, New York (US), 1997; Mihály Csikszentmihályi: Das flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile, Klett-Cotta, Stuttgart 1985;

5. Jürgen Blume: Die mehrstimmigen Stabat-Mater Vertonungen, Musikwissenschaftliche Schriften, Bd.23, Katzbichler, München; Salzburg 1992, 2 Bde., S.196-203; - in nachfolgenden Zitaten abkürzend "Blume" genannt;
6. Winfried Kirsch: Gioacchino Rossinis Stabat Mater - Versuch einer Exegese, in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch, Jahrgang 73, 1989, Bonn, S.71-96; in nachfolgenden Zitaten abkürzend "Kirsch" genannt;
7. Friedrich Lippmann: Art. "Rossini, Gioacchino Antonio", in: MGG, Bd. 11, Bärenreiter, Kassel, etc. 1963, Sp. 948
8. Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S.9
9. Kohut verweist an dieser Stelle auf den Rossini-Biograhen Fetis (S.66.), der dem Komponisten eine zu große "Trägheit und Sorglosigkeit" unterstellt, welche "die seiner Obhut anvertraute Kunstanstalt an den Rand des Verderbens gebracht habe".
10. Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S. 73ff.
Er führt auch weitere mögliche Gründe an. Bezugnehmend auf Briefe und Zitate vertritt er schließlich die Ansicht, daß Rossini der Meinung gewesen sei, genug für seinen Ruhm und seine finanzielle Sicherheit getan zu haben (Brief an Troupenas; S.75), daß er sich zu alt fühle (S.74) und daß sich der Zeitgeschmack geändert habe. ("...daß ich bloß darum verstummte, teils um der modernen Kunstverwilderung zu fröhnen, teils um mit gutem Beispiel voranzugehen." - Zit. Aus einem Brief an Graf Fay vom 14.2.1854; S.75f.)
11. Friedrich Lippmann: Art. "Rossini, Gioacchino Antonio", in: MGG, Bd. 11, Bärenreiter, Kassel, etc. 1963, Sp.952
12. Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S. 77
13. Hier widersprechen sich die Schilderungen von Kohut und Lippmann. Während Kohut schreibt, Rossini sei selten krank gewesen (S. 92), schreibt Lippmann von jahrelangen Beschwerden (Schlaflosigkeit, Gehörstäuschungen, tiefe Depressionen) und mehreren Kuraufenthalten (Sp.952/953). Ich folge im weiteren Verlauf den Ausführungen Lippmanns (MGG).
14. Vgl. Ulrich Michels: DTV-Atlas zur Musik, Bd.2, DTV, München und Bärenreiter, Kassel, 1989, S.441
15. Zit. aus: Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S.35
16. "Kirsch", S. 72f.
17. Zit. nach Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S.84/85
18. Nach "Blume", s.202
19. Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892, S.85
20. Die nachfolgenden Zitate von Kretzschmar und Heine sind entnommen aus "Kirsch", S.71
21. Richard Wagner's gesammelte Schriften und Dichtungen, Bd.1, Verlag von E.W. Fritzsch, Leipzig 1897, S.186-193
22. Dieses Zitat, ebenso wie das nachfolgende von Rossini ist entnommen aus dem Plattentext von Roman Hinke im Inlay einer CD-Einspielung des Stabat Mater:
Rossini: Stabat Mater, harmonia mundi, Arles 1999, HMC901693
23. Vgl. "Blume", S.196
24. "Kirsch", S. 74/75
25. Liber Usualis Missae et Offici, S.Sedis Apostolicae et Sacrorum Rituum Congregationis Typographi, Parisiis, Tornaci, Romae, 1947, p.1874f.
26. "Kirsch", S.78
27. Vgl. "Blume", S.196 und "Kirsch", S.77f.
28. "Kirsch", S.77
29. Liber Usualis Missae et Offici, S.Sedis Apostolicae et Sacrorum Rituum Congregationis Typographi, Parisiis, Tornaci, Romae, 1947, p.1874
30. "Kirsch", S.78
31. "Blume", S.197; Vier Bearbeitungen nennt er im 2. Band (F. Liszt, E.P.Thiele, K.Henze, K. Th Kromann), S.127
32. "Kirsch", S.79
33. "Kirsch", S.79
34. "Blume", S.198
35. "Kirsch", S.80
36. "Blume", S.198

37. "Kirsch", S.80

38. "Blume", S.199

39. "Kirsch", S. 81

40. "Blume", S.199

41. Ulrich Michels: DTV-Atlas zur Musik, Bd.1, DTV, München und Bärenreiter, Kassel, 1989, S.111

42. "Blume", S.200

43. "Kirsch", S.81

44. "Kirsch", S.81

45. "Blume", S.200

46. "Kirsch", S.82

47. "Blume", S.201

48. ...entsprechend der 5. Strophe im Stabat Mater - Text

49. Zit. nach Lk 24, 25b-26;
Einheitsübersetzung der heiligen Schrift, Gesamtausgabe Kath. Bibelanstalt, Stuttgart 1980