| 1.
In Folge müßte man ebenso schließen, daß jede zumindest
'ernsthaft aufgestellte' Theorie etwas Wahres beinhalten müsse, erscheine
sie noch so abwegig. Ein Problem liegt dann freilich im nahezu unfaßbar
erscheinenden Begriff der 'Ernsthaftigkeit'. Aber spielt die Ernsthaftigkeit
tatsächlich eine Rolle und versteht der Mensch nicht auch dann, wenn
ihm der Gegenstand und ein gewisses Mindestmaß an Seriosität
mehr oder minder gleichgültig ist? So hat etwa der Chemie-Nobelpreisträger
Kary Mullis vor Jahren einmal eine frei erfundene Hypothese über die
mögliche Entstehung des Weltalls aufgestellt, (nach eigenen Angaben:
als Astronomie-Laie) mit der Begründung, daß ihm die Urknall-Theorie
schlichtweg nicht gefallen hat. - Er löste, nachdem er seine Hypothese
in einem Aufsatz veröffentlicht hatte, einen breiten Diskurs aus. Man
könnte also vielleicht so weit gehen und sagen, daß der Mensch
immer dann im Verstehen begriffen ist, wenn er sich mit einer Sache überhaupt
befaßt (wobei die Frage einer 'Ernsthaftigkeit' irrelevant wird).
|
|
2.
Und zwar im Sinne eines "anti-hermeneutischen",
das Verstehen als Existenzial leugnendes Nicht-Verstehen-Können-Wollens.
Also nicht im Sinne eines Nicht-Verstehen-Wollen-Wollens, wie es im Text
weiter unten folgen wird.
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3.
"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung
des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt."
(Schiller)
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|
4.
Vgl. hierzu etwa:Mihály Csikszentmihályi:
Creativity. Flow and the psychology of discovery and invention, HarperCollins,
New York (US), 1997; Mihály
Csikszentmihályi: Das flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile,
Klett-Cotta, Stuttgart 1985;
|
| 5.
Jürgen Blume: Die mehrstimmigen Stabat-Mater Vertonungen,
Musikwissenschaftliche Schriften, Bd.23, Katzbichler, München; Salzburg
1992, 2 Bde., S.196-203; - in nachfolgenden Zitaten abkürzend "Blume"
genannt; |
| 6.
Winfried Kirsch: Gioacchino Rossinis Stabat Mater - Versuch
einer Exegese, in: Kirchenmusikalisches Jahrbuch, Jahrgang 73, 1989, Bonn,
S.71-96; in nachfolgenden Zitaten abkürzend "Kirsch" genannt; |
| 7.
Friedrich Lippmann: Art. "Rossini, Gioacchino Antonio",
in: MGG, Bd. 11, Bärenreiter, Kassel, etc. 1963, Sp. 948 |
| 8.
Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892,
S.9 |
| 9.
Kohut verweist an dieser Stelle auf den Rossini-Biograhen
Fetis (S.66.), der dem Komponisten eine zu große "Trägheit
und Sorglosigkeit" unterstellt, welche "die seiner Obhut anvertraute
Kunstanstalt an den Rand des Verderbens gebracht habe". |
| 10.
Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892,
S. 73ff. |
| Er
führt auch weitere mögliche Gründe an. Bezugnehmend auf Briefe
und Zitate vertritt er schließlich die Ansicht, daß Rossini
der Meinung gewesen sei, genug für seinen Ruhm und seine finanzielle
Sicherheit getan zu haben (Brief an Troupenas; S.75), daß er sich
zu alt fühle (S.74) und daß sich der Zeitgeschmack geändert
habe. ("...daß ich bloß darum verstummte, teils um der
modernen Kunstverwilderung zu fröhnen, teils um mit gutem Beispiel
voranzugehen." - Zit. Aus einem Brief an Graf Fay vom 14.2.1854; S.75f.) |
| 11.
Friedrich Lippmann: Art. "Rossini, Gioacchino Antonio",
in: MGG, Bd. 11, Bärenreiter, Kassel, etc. 1963, Sp.952 |
| 12.
Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892,
S. 77 |
| 13.
Hier widersprechen sich die Schilderungen von Kohut und
Lippmann. Während Kohut schreibt, Rossini sei selten krank gewesen
(S. 92), schreibt Lippmann von jahrelangen Beschwerden (Schlaflosigkeit,
Gehörstäuschungen, tiefe Depressionen) und mehreren Kuraufenthalten
(Sp.952/953). Ich folge im weiteren Verlauf den Ausführungen Lippmanns
(MGG). |
| 14.
Vgl. Ulrich Michels: DTV-Atlas zur Musik, Bd.2, DTV, München
und Bärenreiter, Kassel, 1989, S.441 |
| 15.
Zit. aus: Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig
1892, S.35 |
| 16.
"Kirsch", S. 72f. |
| 17.
Zit. nach Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig
1892, S.84/85 |
| 18.
Nach "Blume", s.202 |
| 19.
Adolph Kohut: Biographie Rossinis, Reclam, Leipzig 1892,
S.85 |
| 20.
Die nachfolgenden Zitate von Kretzschmar und Heine sind
entnommen aus "Kirsch", S.71 |
| 21.
Richard Wagner's gesammelte Schriften und Dichtungen,
Bd.1, Verlag von E.W. Fritzsch, Leipzig 1897, S.186-193 |
22.
Dieses Zitat, ebenso wie das nachfolgende von Rossini
ist entnommen aus dem Plattentext von Roman Hinke im Inlay einer CD-Einspielung
des Stabat Mater:
Rossini: Stabat Mater, harmonia mundi, Arles 1999, HMC901693 |
| 23.
Vgl. "Blume", S.196 |
| 24.
"Kirsch", S. 74/75 |
| 25.
Liber Usualis Missae et Offici, S.Sedis Apostolicae et
Sacrorum Rituum Congregationis Typographi, Parisiis, Tornaci, Romae, 1947,
p.1874f. |
| 26.
"Kirsch", S.78 |
| 27.
Vgl. "Blume", S.196 und "Kirsch",
S.77f. |
| 28.
"Kirsch", S.77 |
| 29.
Liber Usualis Missae et Offici, S.Sedis Apostolicae et
Sacrorum Rituum Congregationis Typographi, Parisiis, Tornaci, Romae, 1947,
p.1874 |
| 30.
"Kirsch", S.78 |
| 31.
"Blume", S.197; Vier Bearbeitungen nennt er
im 2. Band (F. Liszt, E.P.Thiele, K.Henze, K. Th Kromann), S.127 |
| 32.
"Kirsch", S.79 |
| 33.
"Kirsch", S.79 |
| 34.
"Blume", S.198 |
| 35.
"Kirsch", S.80 |
| 36.
"Blume", S.198 |
|
37.
"Kirsch", S.80
|
|
38.
"Blume", S.199
|
|
39.
"Kirsch", S. 81
|
|
40.
"Blume", S.199
|
|
41.
Ulrich Michels: DTV-Atlas zur Musik, Bd.1, DTV, München
und Bärenreiter, Kassel, 1989, S.111
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|
42.
"Blume", S.200
|
|
43.
"Kirsch", S.81
|
|
44.
"Kirsch", S.81
|
|
45.
"Blume", S.200
|
|
46.
"Kirsch", S.82
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|
47.
"Blume", S.201
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48.
...entsprechend der 5. Strophe im Stabat Mater - Text
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49.
Zit. nach Lk 24, 25b-26;
Einheitsübersetzung der heiligen Schrift, Gesamtausgabe Kath. Bibelanstalt,
Stuttgart 1980
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