3. Aria

 
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von mag. dominik sedivy
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start: 07 november 2006, up-date: 07 november 2006
Das wohl bekannteste und skandalöseste Stück dieses Werkes ist wohl die Tenorarie "Cuius animam" (Allegro maestoso). Blume spricht von einer "Heldentenorarie" und verweist auf mehrere Bearbeitungen. (31) Die Arie steht in der zu g-Moll neapolitanischen Tonart As-Dur. Kirsch sieht hier einen Krieger auf die Bühne des Geschehens treten und die Szene "aus seinem etwas stupid-alltäglichen Blickwinkel heraus kommentiert". (32))
 
Das Orchester startet den Satz mit einem achttaktigen Vorspiel. Besonders einschneidend wirken die oktavverstärkten rhythmisierten melodischen Abstiege (as-Moll) der Blechbläser. Die tiefen Streicher beantworten ihrerseits in T3-8 diese scharfe Einleitung und führen über in das überschwenglich-leidenschaftliche, in lockerem Marschrhythmus gehaltene As-Dur-Thema der Arie, das zur Gänze vorgestellt wird (T8-20) und an den Tenor weitergegeben wird. Das Stück ist formal als Da-capo-Arie gestaltet, die Blume sehr anschaulich untergliedert:
 
Vorspiel und Hauptthema instrumental (T1-8 und T9-20)
Abschnitt A (T1-44;

As-Dur; Strophe 2)

Abschnitt B

(T45-73;

f-Moll; Strophe 3)

Abschnitt A'

(T74-119;

As-Dur; Strophe 4)

Nachspiel

(T119-129)

 
Besonders auffallend ist am Ende des Mittelteils die geradezu beschwörende Formel "Mater, Mater unigeniti", (T69-73) die weit mehr ist als nur eine Überleitung zum Da-Capo-Teil. Es ist die eingängigste Stelle der Arie und wird in ihrer Wirkung verstärkt durch die vorherige Klage ("O quam tristis"):
 
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