| Historische
Dokumente über Capoeira |
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| Das
früheste
Dokument soll ein Buch von Augustos Earle sein, welches mit Bild und Text
unter anderem auch über Capoeira Stellung nimmt. Earle war 1821 als
"Reisender" in Rio. Leider konnte ich diesen Dokument bis jetzt
nicht besichtigen. |
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| Das
nächste Dokument ist 1835 datiert. |
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"Eine
kurze, jedoch sehr wertvolle Beschreibung von Capoeira aus
dem frühen 19. Jahrhundert, als die Zusammenkünfte
noch in den »senzalas« (Sklavensiedlungen) auf
den Plantagen stattfanden, findet sich bei Rugendas
1835, im Kapitel: Sitten und Gebräuche... S. 26..."
Kubik,
1991, S. 131, B5442B
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"Das
Wort »senzala« kommt von Kimbundu: sanzala, wo
es einfach »Dorf«, »Siedlung« bedeutet.
Rugendas beschreibt zuerst einen Kampf mit Stangen, der eine
Vorform dessen darstellen könnte, was man heute Maculele
nennt, und schließlich Capoeira." Kubik,
1991, S. 131, B5442B
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Das
nebenstehende Capoeira- Bildnis ist aus dem Buch Rugendas
entnommen. img0000000395.jpg
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| »Hier
verdient auch noch eine Art von Kriegstanz angeführt zu werden. Es
stellen sich zwei Parteien mit Stangen bewaffnet gegenüber, und die
Kunst besteht darin, den Stößen des Gegenüberstehenden auszuweichen.
Viel gewaltsamer ist ein anderes Kriegsspiel der Neger, Jogar capoera, das
darin besteht daß einer den andern durch Stöße mit dem
Kopf auf die Brust, denen sie durch gewandte Seitensprünge und Pariren
ausweichen, umzuwerfen sucht, indem sie fast wie Böcke gegeneinander
anspringen und zuweilen gewaltig mit den Köpfen gegeneinander rennen.
Hiebei geschieht es nicht selten, daß der Scherz in Ernst übergeht
und blutige Köpfe oder Messer dem Spiel ein Ende machen.«Kubik,
1991, S. 131-132, B5442B |
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| Wissenschaftliche
Literatur |
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| "The
Brazilian Capoeira game has attracted the attention of several cultural
scientists." Kubik,
1979a, S. 27, B5441B |
| Die
Reichhaltigkeit der wissenschaftlichen, aber vor allem die trivialen Literatur
über Capoeira ist überraschend. |
| Wegen
des kleinen Rahmens dieser Studie werde ich die Literaturliste im Anhang
nur auf die hier zitierten Quellen beschränken. |
| "Die
umfassendste, aus brasilianischer Sicht geschriebene Arbeit über Capoeira
mit einer Fülle von Daten aus Bahia ist jene von Waldeloir
Rego (1968)." Kubik,
1991, S. 131, B5442B |
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| Den
endgültigen Nachweis der angolanischen Herkunft des Capoeiras haben
wir eher Kubik zu verdanken. Auf Grund seiner langjährigen und sehr
intensiven Feldforschungen in Angola wie in Brasilien war er im Stande,
die Bewegungsmotive, musikalischen- und motionalen- Patterns sowie die Musikinstrumente
und deren Spielweisen zu vergleichen. Kubik,1979a,
B5442B, und
Kubik, 1991, B5442B |
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| "Die
Vertreter des weitaus berühmteren Kampfspiels von Bahia, Capoeira,
sind sich der historischen Beziehungen zu Angola voll bewußt. Auch
die Herkunft des Musikbogens (»berimbau de barriga«), der allerdings
erst im 20. Jahrhundert in das »Capoeira«-Spiel integriert wurde,
aus Angola ist nachgewiesen. (Vgl. Kubik
1979a: 33-34.) In den »toques« (Spielweisen, Patterns)
des »berimbau« sind nicht nur stilistische Abhängigkeiten,
sondern auch mehrere verbale Referenzen zu Angola feststellbar, etwa: »Banguela«
oder »Säo Bento Grande de Angola«. Der Name der älteren
Form dieses Kampfspiels ist »Capoeira Angola«, sie wird der
sogenannten »Capoeira Regional« des Mestre Bimba gegenüber
gestellt (Rego 1968: 32). Auch
der Ausdruck »a brincar de Angola« für das Capoeira-Spiel
war gebräuchlich (Viver Bahia, No. 25, Outubro 1975: 5)." Kubik,
1991, S. 131, B5442B |