Ich habe dich geliebt,

die Noten und der Kommentar

   
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von dr. memo g. schachiner
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start: 1 march 2002, up-date: 10 mai 2005
Unë ty moj të kam dashe (Ich habe dich geliebt)
 
Die folgende Notierung wurde aus dem Buch "Folklori muzikor shqiptar Morfologjia, ALBANISCHE MUSIKALISCHE FOLKLORE, DIE MORFOLOGIE" (Tiranë 1965, S. 24 - 33), von Ramadan Sokoli, übernommen.
Das Original befindet sich im Privatarchive von Dr. Ardian Ahmedaya und wurde mir freundlicherweise von ihm zur Verfügung gestellt.
Sokoli ordnet diesem Lied in seiner Klassifizerung der albanischen "Makame", unter dem Makam "Divan" ein. Unter der Notation zeichnet er auch die "Divan" Skala.
Diese Skala ist volkommen ident mit der aufwärts Skala des "Maqam Schachnas" in der Kunstmusik des osmanischen Hofes.
Unser Beispiel aber, weicht ab dem Takt 7 von der von Sokoli vorgegebenen Skala ab:
Der Ton Cis ( in der Kunstmusik des osmanischen Hofes Ton Schachnas) verliert seiner Erhöhung. Somit überlässt er seinen Platz dem Ton C (in der Kunstmusik des osmanischen Hofes Ton Rast).
 
Die Tonstrukturen der Maqame bilden nach Sokoli "kein kristalisiertes Schema". Sie sind "nicht immer festgesetzt, sondern wackeln" (Sokoli, 1965, S. 26)
Unser Fall aber, ist nicht durch eine Unklarheit des Maqams oder durch eine schlampige Ausführung desselben zu erklären..
Nämlich, der Maqam Schachnas verfügt über zwei Skalen:
Die aufwärts gehende Skala ist, wie oben erwähnt, ident mit der Skala, welche von Sokoli beschrieben ist.
Jedoch, wenn die melodische Linie sich Abwärts bewegt, kommt die abwärts Skala des Maqams zur Geltung.
Bei der Abwärtsskala bleibt der erste Tetrachord gleich. In den zweiten Tetrachord dagegen, ändern sich zwei Töne: Der Ton B (=Newros) wird um ein synthonisches Komma erniedriegt und überläßt seinen Platz dem Ton B (=Adjem).
An der Stelle von Cis (=Schachnas) tritt C (=Rast) auf.
Ich habe auch den Genuß gehabt, eine Aufnahme dieses Liedes von einer Audiokassette zu hören.
Eine sich wiederholende instrumentale Einleitung wurde von einem kleinem Orchester, das über manche östlichen wie die westlichen Instrumente gemeinsam verfügt, ausgeführt. Wie immer in ähnlichen Fällen, waren die Unvermeidbarkeit kleiner Stimmungsreibereien "selbstverständlich".
Die völlig souveräne Sängerin dagegen, intonierte mit einer faszinierenden Präzision, in dem Tonsystem der Maqamatmusik.
Die Intonation hört sich ident wie eine Schachnas- Interpretation der Kunstmusik des osmanischen Hofes (wenn sie einmal so gut interpretiert wird).
Die Sängerin verzichtete völlig auf das Vibrato ( welche auf dem Balkan öfters so übertrieben wird).
Dafür verfügt sie über eine extrem hoch entwickelte Kunst der Frasierung sowie eine des Legato.
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