| Abgesehen
von Fragen der Notation (vgl. NB 1), die dort behandelt werden konnten,
hatte sich beim Exzerpieren von 'Strukturformeln' am Beispiel des 'verdoppelten'
Devri kebir (Tabelle: 9) ein Dissens zwischen erstem und zweitem Durchgang
durch die Distanzen 1 - 14 ergeben. Zu prüfen ist zunächst, was
beim 'Muzaaf Devri kebir' die 'Verdoppelung' bedeutet. Wir teilen dazu den
Abdruck (Kopie) der Originalnotation dieses Usul aus der Klassikerausgabe
mit. (11)
Den Fehler, den wir im Zitat des Muzaaf Devri kebir (vgl. NB 1) und im Beispiel
9) in der Tabelle bereits korrigiert hatten, berichtigen wir auch im Abdruck: |
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| Der
'Muzaaf Devri kebir' (NB 14, Tabelle: 9), der in der Klassikerausgabe zusammen
mit dem 'Devri kebir' (Tabelle: 8) als Beispiel für 'velvele' mitgeteilt
ist (12),
hat die Vorzeichnung '14/2', jener dagegen '14/4'. In der Tabelle, wo wir
in gradzahligem Verhältnis
(1:2...) neutrale Zeitdistanzen gelesen haben, war die Vorzeichnung
ohne Belang. Der Muzaaf Devri kebir erstreckt sich aber zweimal über
die Distanz von 1 - 14 (Tabelle: 9) und ist auf dem Abdruck (NB 14) am Doppelstrich
zu Ende. Die Vorzeichnung ist daher falsch und muß, bleibt man bei
der Zählzeit einer Halben, '28/2' heißen. Aber der Abdruck verrät
explizit, was die 'Verdoppelung', die den 'Devri kebir' zum 'Muzaaf Devri
kebir' macht, heißen soll. |
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| Das
Sektionsgerüst (Asli zarplar) des Devri kebir steht im Abdruck über
dem 'ausnotierten' Usul, endet nach vierzehn Halben, wie der 'Schlußstrich'
an beiden Linien, welche die beiden Kudüm darstellen, notationstechnisch
verdeutlicht ; die 'Grundform' (: das Sektionsgerüst) wiederholt sich
ein zweites Mal und endet am Doppelstrich. Dieser Vorgang deckt sich mit
dem Bild der durch die Schrägstriche von 'Asli zarplar' zu 'velveleler'
(13) gewonnenen
'Abschnitte', an denen das jeweilige 'velvele' der entsprechenden Sektion
des Usul-Gerüstes abgelesen werden soll. |
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| Zusammengenommen
besagen diese Informationen: Der Muzaaf Devri kebir (14/2) ist ein rythmisches
Muster (Usul ), das sich konstituiert aus einem Devri kebir (14/4) und dessen
Wiederholung! |
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Daß
diese Auffassung nicht richtig ist, belegen wir wie folgt:
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| 1.
Zwar ist die Vorzeichnung '14/2', bezogen auf die Zählzeit, die Verdoppelung
von '14/4': dies ist das Ergebnis einer Überlegung, das nur aus der
Interpretation des Prädikativs 'muzaaf' resultiert, nicht aber die
Praxis beschreibt. Der Sachverhalt im Notenbild beweist, daß das rhythmische
Muster falsch bemessen ist. |
| 2.
Der zweite Durchgang des Devri kebir zeigt Identität nur als 'Asli
zarplar'. Als 'velvele' unterscheidet er sich durch eine - im Gegensatz
zum ersten Durchgang - andere Charakteristik. |
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Das
bloße Vorhandensein dieser 'anderen Charakteristik' braucht an sich
noch kein Beweis dafür zu sein, daß die in NB 14 wiedergegebene
Auffassung des Muzaaf Devri kebir unrichtig ist. Vielmehr
könnte
der Grund im Vorgang des 'velvele' zu suchen sein. |
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| Wie
bei den anderen Lesarten untersuchen wir daher auch den Muzaaf Devri kebir
auf seine 'Strukturformeln' hin. |
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| 3.
Wenden wir unseren Satz: 'Der Usul Devri kebir ist definiert durch die festgelegte
Abfolge von Sektionen, welche in einem festgelegten Verhältnis relativer
Dauern zueinander organisiert sind.' sowohl auf den 'Devri kebir' (Tabelle:
8) als auch auf den 'Muzaaf Devri kebir' (Tabelle: 9, NB 14) an, so heißt
dies, daß wir beide Lesarten der einmaligen Abfolge der Sektionen
(Asli zarplar) unterstellen. Diesen Sachverhalt zeigt das anschließende
Notenbeispiel: |
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| NB
15 entspricht der Notationsweise der Tabelle. Die Sektionen (NB 15, a) sind
durch senkrechte Striche von einander abgegrenzt. Die relativen zeitlichen
Distanzen von 1 - 14 sind auf den allen drei Lesarten gemeinsamen Zeitwert
einer Halben gebracht, warum der 'Devri kebir' im Verhältnis 1 : 2
augmentiert, der 'Muzaaf Devri kebir' im gleichen Verhältnis diminuiert
werden mußte. Beim Vergleich der einzelnen Sektionen können wir
uns auf die entsprechenden Ausführungen im Il. Abschnitt rückbeziehen. |
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| Die
Sektion 'düm' (Distanz 10) erscheint in NB 15 unterteilt als mehrfaches
'düme'. Daß der Muzaaf Devri kebir hier mehr Unterteilungsschläge
aufweist, ist nicht verwunderlich. Realiter ist diese Sektion im Gegensatz
zum 'Devri kebir' von der vierfachen Länge und damit von der vierfachen
Dauer (vgl. Tabelle: 8 und 9). Distanz 11 - 12 (NB 15), zeigt als 'tahek'
in beiden 'Devri kebir'die gleiche Charakteristik, die wir früher schon
besprochen haben; aus den eben genannten Gründen hat der Muzaaf Devri
kebir an dieser Stelle wiederum mehr Unterteilungsschläge. Daß
die zweite Hälfte der Sektion 'düm' in der Distanz 1 (vgl. NB
15, b und c) beim Muzaaf Devri kebir nicht mehr als 'düme', sondern
nur als im weiteren Sinne 'tek' dargestellt werden kann, ist offenkundig.
Denn das 'm' (NB 15b) als zweiter Teil des 'düme' wird auf der linken
Kudüm geschlagen. Ihm entsprechen mehrere Unterteilungsschläge
nur, wenn sie ebenfalls auf der linken Kudüm realisiert werden. Als
'düme' ('d - m') aber würden diese Unterteilungsschläge zwangsläufig
auf beiden Kudüm realisiert werden müssen. Die gleichen Feststellungen
lassen sich für die übrigen Sektionen am Notenbeispiel 15 treffen.
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| Die
Definition des 'Muzaaf Devri kebir' heißt also nicht: |
| 'Der
Muzaaf Devri kebir ('14/2') ist ein rhythmisches Muster (Usul), das sich
konstituiert aus einem Devri kebir ('14/4') und dessen Wiederholung', sondern: |
| Der
Muzaaf Devri kebir ist ein Devri kebir, dessen Sektionen augmentiert sind;
der Muzaaf Devri kebir ist die augmentierte Form des Devri kebir. |
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