| Das
verbleibende 'düm' im Zeitwert zweier Distanzen (4
- 5) läßt sich praktisch auf diese Figuren zurückführen: |
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| Notenbeispiel
12 |
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| Die
Darstellung der gleichen Sektion bei Öztuna (Tabelle:
10) erachten wir für nicht richtig. Der erste Zeitwert in
Distanz 5 müßte
als g' notiert sein und darunter hätte entsprechend ein 'tek' zu stehen.
Nur in diesem Falle würde sich die Lesart mit allen anderen uns bekannten
decken. Auch ist uns für den 'Sofian', den Öztuna an dieser Stelle
mit der Vorzeichnung '4/4' meint, keine Lesart bekannt, die den Sofian als
Abfolge 'düm - tek - düm - düm' mitteilt. Möglicherweise
handelt es sich um einen Druckfehler, denn auch die zweite Lesart von Öztuna
(Tabelle: 11, Distanz 4) enthält im Original
eine Angabe, die allerdings zweifelsfrei ein Versehen ist. Dort steht unter
dem 'düm' die Verhältniszahl '2', welche wir in der Tabelle korrigiert
als '4' eingetragen haben. Der weitere Text erhärtet, ohne daß
wir noch einmal darauf zurückkommen werden, unsere Auffassung, daß
die bezeichnete Stelle bei Öztuna falsch notiert ist. |
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| Thibaut
und Yekta hatten mehrfach bezeugt (vgl. I. Abschnitt),
daß 'teke' wie 'teka' ein sukzessives 'düm - tek' seien und sie
meinten damit die Schlagfolge 'rechte Hand - linke Hand', ohne indessen
durch Zuhilfenahme von 'genou droit' und 'genou gauche' dieses 'teke' (oder
'teka') genauer zu spezifizieren. Das Problem der mehrfachen Bedeutung von
'düm' und 'tek' blieb bestehen, auch in den Notenbeispielen von Thibaut
und Yekta (Tabelle: 2 bis 7). Wir behaupten
nunmehr,daß das 'teke' beziehungsweise das 'teka' nicht zu lesen ist
wie in NB 12d, sondern wie in NB
12c. Nach den Angaben von Thibaut und Yekta war streng nur so
zu rekonstruieren, wie wir in den Beispielen 4),
5), und 7) der
Tabelle (Distanz 5, erste Hälfte) notiert
haben. Das sukzessive 'düm - tek' des 'teke' heißt demzufolge
also: 'düm' = 'die rechte Hand schlägt die rechte Kudüm (genou);
'tek' ='die linke Hand schlägt die linke Kudüm (genou). Die Notation
von Thibaut und Yekta (vgl. NB 3) läßt
den Fehler deshalb nicht erkennen, weil alle Noten in die gleiche Richtung
kaudiert sind, die Kaudierung daher ohne einen Aussagewert ist, welcher
somit allein den Bezeichnungen zufällt, die aber mehrdeutig sind. Der
Fehler liegt in der Zuordnung: linke Kudüm = linke Hand, rechte Kudüm
= rechte Hand. Wir hatten gesehen, daß aus der Reihe der Zuordnungen
(vgl. I.Abschnitt) das Glied 'linke (oder
'rechte') Hand' herausfällt. Vergleicht man die Distanz
5 im Beispiel der Klassikerausgabe (Tabelle:
8), so heißt die erste Hälfte dieser Distanz, die
den darüber stehenden 'teke' entspricht: die rechte Hand schlägt
die linke (!) Kudüm; die linke Hand schlägt die linke Kudüm.
Die Verwirrung ist eindeutig nur gelöst durch diese Notation und ihre
Aussage. Das sukzessive 'düm - tek' bei Thibaut und Yekta kann sich
demnach nur auf ein sukzessives 'rechte Hand - linke Hand' beziehen; beide
Male muß aber richtig die linke Kudüm geschlagen werden. |
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| Diese
Feststellung hat Auswirkungen. Betrachtet man nämlich die Sektion 'teka'
am Ende des Devri kebir (Tabelle, Distanz 13 - 14),
so sind die Beispiele 4) bis 7)
und 10) und 11) dem gleichen Fehler
unterlegen und endlich nur so zu notieren, wie die Distanz
13 - 14 in Beispiel 8) der Tabelle: |
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| Notenbeispiel
13 |
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| img0000000580 |
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| Außerdem
ist festzuhalten, daß das 'teke' beziehungsweise das 'teka' sowohl
als Sektion auftreten kann (Tabelle: 1), ferner
als 'Sektionshälfte' (Tabelle 1 - 8 und 10 - 12,
Distanz 13 und 14), als schließlich auch, noch einmal um
die Hälfte verkürzt, in der halben Distanz (z.B.
Tabelle: 8, Distanz 5, 8 oder 11). |
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| Im
Beispiel 8) der Tabelle erscheint das 'teke' als halber Distanzwert
in der Distanz 5. Dieses 'teke' ist aber konstruktiver
Bestandteil der Sektion 'düm' (Distanz 4 - 5)
und bestätigt - wie ebenso das 'düme' - daß ein 'düm',
sei es Sektion oder nicht, auf beiden Kudüm realisiert wird. Ein 'tek'
hingegen, soweit es nicht die Kurzform für 'tahek' ist (Tabelle:
1 - 8, 10 - 12, Distanz 11 - 12), und ein 'teke' beziehungsweise
'teka' werden ausschließlich auf der linken Kudüm geschlagen.
Das 'tahek' ist hinlänglich beschrieben worden. |
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| Läßt
sich nun, wie wir es getan haben, für die Bezeichnungen 'düm',
'tek', 'teke', 'teka' und 'tahek' jeweils eine begrenzte Anzahl von 'möglichen
Figuren' festlegen, ein 'Repertoire von Strukturformeln', so ist zu fragen,
ob nicht bestimmte Kriterien vorhanden sind, nach denen, bei Kenntnis des
Gerüstes (Asli zarplar) des Usul und jener aus den Sektionen abgeleiteten
'Strukturformeln', der Usul in 'vollständiger' Form jederzeit rekonstruierbar
ist. Nimmt man als Beispiel etwa die Sektion 'düm', die dreimal im
Gerüst (Asli zarplar) des Devri kebir erscheint und jeweils von gleicher
Dauer ist (Distanz 1, 2 und 10), dann wäre
das Kriterium die 'Gleichheit' dieser 'düm'. Denn Name und Dauer dieser
Sektionen sind identisch; vermutet werden kann deshalb, daß dahinter
sich der gleiche rhythmische Sachverhalt verbirgt. |
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| Folgerichtig
wäre dann unter den 'Figuren', wie wir sie in NB
11 zusammengestellt haben, für die zeitgleichen 'düm'
lediglich auszuwählen. Das hieße weiterhin, um ein Beispiel zu
geben, daß in Nummer 8) der Tabelle die
ersten beiden Distanzen vertauschbar wären. Andere Beispiele ließen
sich ebenso anführen: das Bild des Devri kebir würde sich somit
ständig wandeln. Dieser 'Möglichkeit' widerspricht das vorliegende
Material. Offensichtlich sind jene 'Strukturformeln' in einer bestimmten
Organisation an den Usul unmittelbar gebunden. |